Technik Extrem: Schiffbruch

1994 sank die Fähre "Estonia" bei einem schweren Sturm und forderte Hunderte Menschenleben. Wie konnte das passieren? Diese Episode der Discovery Channel-Dokumentarserie "Technik Extrem" beschäftigt sich mit Schiffskatastrophen und Fährunglücken, die in den vergangenen Jahrzehnten die Welt erschütterten und zeigt gleichzeitig, welche Schutzmassnahmen getroffen werden können, um derartige Havarien zu vermeiden. Autofähren, sogenannte Roll-on-roll-of-Schiffe, haben konstruktionsbedingte Sicherheitsmängel. Kommt es zu einem Wassereinbruch in das durchgehende Autodeck, kann das Schiff innerhalb kürzester Zeit kentern und sinken. Das zeigen die Unglücke der "Herald of Free Enterprise", die 1987 kurz nach dem Auslaufen aus dem belgischen Ärmelkanalhafen Zeebrügge kenterte, und der "Estonia", die 1994 auf dem Weg vom estländischen Tallinn nach Stockholm bei schwerem Sturm in der Ostsee sank. Beim grössten Schiffsunglück in der europäischen Nachkriegsgeschichte starben 852 Menschen. Selbstaufrichtende Rettungsinseln gehören heute zur Standardausrüstung von Seeschiffen. Bei hohem Wellengang können sie jedoch leicht kentern. Eine neu entwickelte Rettungsinsel, die "Marin-Ark", bleibt auch nach dem Kentern funktionstüchtig. Bei einer Havarie gelangen die Passagiere über Rutschen direkt in die Rettungsinsel. Feuersbrünste auf Schiffen sind besonders gefährlich, da oft Rauchmelder und Sprinkleranlagen an Bord fehlen. 1990 forderte ein Brand auf der Ostseefähre "Scandinavian Star" 161 Tote. Die Untersuchungen ergaben schwere Sicherheitsmängel, wie zum Beispiel Materialien, die bei einem Brand hochgiftige Dämpfe freisetzten. Insbesondere für den Einsatz auf Ölbohrinseln sind Freifall-Rettungsboote konzipiert. Statt an Taljen gefiert zu werden, stürzen sie von der Plattform aus bis zu 40 Meter Höhe im freien Fall auf die Wasseroberfläche und gestatteten es den Offshore-Arbeitern, innerhalb von Sekunden eine brennende Bohrinsel zu verlassen. Katastrophen auf See können verheerende Umweltzerstörungen verursachen. Das zeigen die Tankerunglücke der "Amoco Cadiz" 1978 vor der Bretagne, als 223.000 Tonnen Rohöl ausgelaufen und 400 Kilometer Küste verschmutzt wurden, und der "Exxon Valdez" 1989 im Prince William Sound in Alaska, bei dem 45.000 Tonnen ausgelaufen und 2000 Kilometer Küste verschmutzt wurden. Durch die Einführung von Doppelhüllen-Schiffsrümpfen kann das Risiko bei Tanker-Kollisionen gemindert werden. Weitere Massnahmen zur Sicherung des Schiffsverkehrs sind die Überwachung der Wasserwege mit Videokameras, wie zum Beispiel im Hafen von New York sowie eine verbesserte Ausbildung der Crews. In Zukunft wird die Einführung von Fahrtenschreibern auf Schiffen, ähnlich den Flugschreibern in Flugzeugen, die Rekonstruktion von Schiffskatastrophen wesentlich erleichtern.

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